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Größer, weiter, mutiger!

Vollmond in Schütze am 13. Juni. Verkörpert durch den Riesenplaneten Jupiter, ist der Schütze ein Zeichen der Expansion. Er ist der größte Planet des Sonnensystems und einer der hellsten, nach Sonne, Mond und Venus. Die Erde ist neben ihm winzig wie eine Erbse. Außer Saturn, der ebenfalls ziemlich groß ist, sind alle anderen acht Planeten unvergleichlich klein neben dieser gigantischen Kugel mit rötlichen Streifen und ihren 67 Monden.

In der römischen Mythologie war Jupiter ganz passend die höchste Gottheit und wurde Iuppiter Optimus Maximus genannt. Mit seinen Attributen, dem Zepter, dem verlockenden Bündel aus Blitzen und dem kraftvollen Adler kann man sich eine ähnliche Gestalt auch in der Welt der griechischen Mythen vorstellen, wo er als Zeus bekannt ist. Die Statuen zeigen muskulöse großformatige Männer, Bärte und Locken tragend, denen man sofort eine Weinranke um die starke Schulter legen möchte…

Jupiter gehört dem Element Feuer an. Damit wird er also dem Handeln zugeordnet: Seine Themen sind Expansion, Optimismus, Maßlosigkeit, Übertreibung, und Überschwang. Genauso Großzügigkeit und eine große Liebe zu den Menschen. In seinen Augen ist also alles groß und weit und sogar am besten ÜBERGROß und RIESENHAFT. Vor allem die für ihn so anziehende Ferne erscheint seinen magischen Augen wie durch einen Katzensprung, einen kleinen Tagesausflug erreichbar und er würde sich sofort auf den Weg machen, wäre er nicht auch ein bisschen bequem und vielleicht auch ein ganz kleines bisschen hedonistisch.

Das Symbol des Schützen ist der Pfeil, den der Pferdemensch (Zentaur) gespannt in den Händen hält. Das Zielen ist neben der Größe eine weitere wichtige Komponente. Es geht also nicht nur um Größe, sondern auch um Weite, um einen weiten Bogen, der die Strecke zwischen Jetzt und dem eigenen Zielpunkt beschreibt. Dieser Bogen fällt in der Gedankenwelt eines Schützen natürlich schwungvoll, hoch und weit aus und kann sehr gerne mit romantischen, theatralischen Vorstellungen verziert sein. ZU groß, ZU weit, und ZU genial gibt es bei ihm nicht… Lieber zuviel als zuwenig, lieber überfließend als leer, lieber Verschwenden statt Sparen, sonst macht es doch keinen Spaß.

Der Wunsch, sich zu strecken und groß und stark zu werden wie eine Gottheit kann uns als Inspiration dienen, warum nicht? Dabei sind überlebensgroße Göttinnen mit Muskeln oder ohne und mit symbolträchtigen Attributen wie eindrucksvollen Tieren oder schmückenden Instrumenten genauso möglich wie ganz profane Bilder der post-postmodernen Gegenwart, Heldin in Turnschuhen oder in der Ubahn. Es ist ganz egal, was wir uns ausmalen, solange es tatsächlich beflügelt und überrascht, Spaß macht und unserem alltäglichen Leben eine neue Sichtweise eröffnet oder einen leise zischenden Funken verleiht. Spielen ist einer der Grundimpulse des Schützen, und gedankliche, phantasievolle Spiele zählen genauso wie Fußball oder Eierlaufen.

Zu diesem sagenhaften, olympisch strahlenden Zeichen gibt es aber ganz sicher auch schattige Dinge zu sagen. Eine eher unglückliche Schütze-Situation ist z.B. eine latente Selbstüberschätzung, die eigenen körperlichen Grenzen nicht zu akzeptieren oder auch Bedenken nicht ernst zunehmen. Diese Dinge passieren bei zuviel unentwickeltem Schütze-Potential. Es könnte auch dazu führen, dass man ernsthafte Krankheiten bekommt, Unfälle baut und auf die weniger leichte Art lernen muss, mit den Gesetzen der Physik zu leben. Denn die drei Feuerzeichen – neben dem Pfeil-und-Bogen-Schützen der König & Künstler-Löwe und die Widder-Rakete – sind allesamt geneigt, in ihrer Traumwelt zu leben, in der ihre eigenen Ideale das Leben bestimmen und keine Termine, Arbeitszeiten oder andere Individuen existieren. Das geht eigentlich nie gut, und deswegen wollte ich diese Version des Schützen immerhin kurz erwähnen. Auch wenn der Pfeil und Bogen-Mensch mit unerschütterlicher Gewissheit an das Gute und das Weise glaubt.

Aber was bedeutet nun der Vollmond in Schütze?

Da diese Mondphase immer die Entfaltung, Erfüllung und Vervollständigung des 28 tägigen Zyklus markiert, haben wir am Freitag also eine Zeitqualität, die all die genannten Bereiche in der Vordergrund stellt: Mut, der gedankliche und real zu gehende Bogen in die eigene Zukunft, Wege zum Ziel, Wege zur Größe und Vorstellungen der eigenen Größe. Damit ist weniger narzisstisches Pingpong gemeint als tatsächlich klar auf diese Optionen und Potentiale zu sehen: Was kann ich richtig gut, und Was ist meine Größe? Wo bin ich groß? Wo will ich wachsen? Was will ich erreichen, aus einem ganz tiefen, inneren, instinktiven Bedürfnis heraus?

Jetzt ist also einmal der Bogen aufgespannt zwischen den konstruktiven und den destruktiven Schütze-Gaben, Jupiters Bühnenbild aus Licht und Schatten ist enthüllt. In diesen sommerlichen Tagen und Nächten wünsche ich euch vor allem Spaß an der eigenen Größe, wie auch immer sie sich euch zeigt!

 

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