Es geht auch einfach

Heute war ein Tag, an dem die Welt für mich ganz einfach und richtig aussah. Alles Sinnvolle und Praktische hat sich leicht wie nebenher erledigt, so dass es sich gar nicht wie ein ganzer Tag angefühlt hat – eher wie ein kurzer Ausflug. Jetzt ist es mitten in der Nacht und ich frage mich, was ich Euch zu dem Jungfrau-Vollmond erzählen will.

Vor allem das: Er steht für einen praktischen, einfachen, vernünftigen Zugang zu den Dingen. Da der Vollmond immer den Höhepunkt einer Entwicklung anzeigt, der zu Neumond begann, ist es nützlich, zu schauen, wo wir uns vor zwei Wochen, am 19.2. befunden haben. In Fülle, Freude und Zufriedenheit? In umkämpftem Gebiet, in Trauer? In Unentschlossenheit oder Hingabe an etwas Schönes? In Bearbeitung eines bestimmten Themas? Im Urlaub?

Jedenfalls erinnere ich mich, eine Tasche voll Kleider ausgemistet, ein Horoskopauftrag erfüllt und das Dokument abgeschickt, einen Leopardenmusterrock getragen – der nur an bestimmten Tagen von besonderer Feierlichkeit  ausgepackt wird – und wegen einer braindead situation vor dem Bildschirm das Haus verlassen zu haben, um einen Spaziergang auf dem Feld zu machen, der mein Gedankenwerk wieder ins Fließen brachte, so dass ich im Cafe viele Ideen einfangen konnte. Und eine euphorische Nachricht auf fb zu dem Eintritt der Sonne in das Zeichen der Fische habe ich geschrieben. Gehüllt in Zartheit, Weichheit, und ganz leise, so war dieser Tag…

Das war meine Version, kurz gesagt. Wie war Eure? Gab es Euphorie? Ausmisten? Ganz anderes? Jetzt sind wir am Ende der Mond-Wachstums angelangt und haben die Chance, alles, was auf dem Weg passiert ist, auf dem kurzen und doch langen Weg der letzten beiden Wochen, zusammenzubringen und als Ganzes zu betrachten:

Was bin ich in den letzten 2 Wochen geworden? Wohin hat mich mein Leben geführt? Welche Dinge habe ich gesehen, genossen, erkannt?

Das Schöne an der Jungfrau ist ihre Klarheit und Systematik. Darin entwickelt sie auch die kreativen Impulse des Löwen (Vollmond im Löwen war am 3.2., siehe Eintrag Love, love love!) weiter und sorgt dafür, dass sie zu etwas Brauchbarem, Sinnvollem, Ganzen werden, das Struktur und Anfang und Ende hat. Die Jungfrau feilt die Kanten ab, so dass wir am Ende tatsächlich ein benutzbares Möbelstück haben, statt eines exzentrischen Holzhaufens.

Wer Jungfrau-Anteile im Horoskop hat, kennt wahrscheinlich diese Situationen: Man arbeitet an etwas, das man gut kann, worin man Expertin ist. Trotzdem gibt es eine innere Stimme, die immer eine Anspruch-Haltung ausdrückt, weitertreibt und sagt: Nein, so ist es noch nicht gut. Nee, dieses hier muss noch anders werden. Die eine Stelle klingt lächerlich/ Diese Suppe ist nicht perfekt gewürzt/ Hier müsste der Stoff anders genäht werden, etc.

Das sind die entwicklungsbedürftigen Erscheinungsformen von Jungfrau: Overdoing it mit Kritik, Überexaktheit, dämonischem Perfektionismus. Sich viel zu selten löwisch loben und zelebrieren, Goldglitzer über sich selbst schütten oder sich zu einem Riesenstück Kuchen einladen, sondern vielmehr sehr oft in dem Leistungs-Denken und Pflichtbewusstsein wie hinter einer harten Schulbank sitzen – das ist die herausfordernde Seite der Jungfrau-Eigenschaften.

Was kann da helfen? Das Gegenteil, das im Tierkreis und im Jahreslauf direkt gegenüber liegende Zeichen: Die Fische. Sie sind im anderen Extrem zu Hause – in der Weite des Universums, in Musik, in Tanz, in Verbindung mit der Natur, allem, was groß und weit und voller Energie ist. Diese andere Perspektive bringt der Jungfrau im besten Fall Erleichtung, Aufatmen, sich mit einem Mal entspannende Nackenmuskeln. Sie ist ihr metaphysischer Gegenpart, ihre Medizin.

Aber die Jungfrau kann sich auch mit ihren eigenen Gaben heilen: Mit dem fantastischen Detail-Blick, der eine schöne und kostbare Gabe ist. Jungfrau-Anteile im Horoskop bescheren einem Menschen diese Fähigkeit, jeden noch so kleinen Tippfehler auf einer Seite sofort zu entdecken, genauso fällt ihnen ein Ungleichgewicht in jeglicher Einrichtung instinktiv auf, oder ein etwas ungleichmäßiger Lidstrich, aber dann wieder sind sie auch für die göttlichen Details offen, was sehr viel Glück freisetzen kann: Wir finden einen Marienkäfer auf einem Baumstamm, eine kleine Raupe mitten in einem Gewirr allergrünster Pflanzen, oder vielleicht auch eine vermisste Winzigkeit irgendwo auf dem Boden.

Eine andere Quelle der Freude in Jungfrau-Wahrnehmung ist Gesundheit, gutes Essen, Bewegung, frische Luft, Reinheit, oder Rawfood, Smoothies… Jungfrau-Stil ist puristisch und schlicht, eher zu wenig als zu viele Farben und eher der Duft nach frischem Heu als ein Parfüm. – Bei unserem Stadtleben mit Tausenden von Gerüchen, so viel Weißmehl- & Zucker- und anderen Müllprodukten vor unseren Augen, ganz jämmerlich wenig Heu und auch wenig Schlichtheit tut ein Jungfrau-Vollmond bestimmt ganz gut!

Lasst uns auf all das Reine, Klare, die frische Luft, einen Garten, einen Vogel, den Himmel, einen Brokkoli oder einen Rotkohl schauen, lasst uns durch die Details die Freude über das große Ganze wiederfinden: In den ganz kleinen Dingen kann man sehen, dass die Welt einfach und richtig ist, und vielleicht am richtigsten da ist, wo sie einfach ist. Oder so.

Mit all unseren kritik-nörgelnden Stimmen, Fehlersuch-Blicken und unserem so selten lockerlassendem inneren Hyperanspruch: Wir haben immer auch den herrlich praktischen, geradeaus gerichteten Jungfraublick im Rucksack, der, wann immer Bedarf ist, ausgepackt werden kann und der wie ein Schraubenzieher die Sache so schnell regelt, dass man es kaum glauben kann.

Auf ein super praktisch geschraubtes, sich selbst aufräumendes und schön auf das Wesentliche fokussierte Wochenende! Genießt frische Luft, feinen Regen und den nahenden Frühling!

Ein Meer aus Zeichen, lichtbestäubt

Vollmond in den Zwillingen

Unsere Worte sind das Meer, auf dem wir segeln.

Wir können alles mit Worten erreichen und in Bewegung setzen. Es gibt kleine, helle, weiche, abrundende, wärmende, zartblättrige, metallene, fließende, singende, eckige und schwimmende Worte. Es gibt dunkle, reinigende, bauschige, rutschige, duftende, süße, flauschige und schäumende Worte. Es gibt wilde, bunte, abenteuerliche und stur geradeausschauende, regalbrettschlichte und schmetterlingsleichte. Es gibt. Alles!

Alles ist hell erleuchtet, was in die Welt unserer Gedanken und Wörter, unserer Gespräche und Smalltalks gehört. Wir können unser Denken zum Fließen bringen, mit Mut und Feingefühl, mit Herz und Bauch. Wir sind Träger von Botschaften. Und zwar immer.

Immer tragen wir etwas durch die Welt… unsere Laune, unsere Liebe, unsere Sorgen. Unser Wunschdenken, unseren Ehrgeiz, unsere alten, neuen, frischen und staubigen Träume. Wir sind unterwegs mit verschiedenstem Gepäck und merken es oft gar nicht. Ich sehe den Vollmond in den Zwillingen als Meer aus Vernetzung, aus Gesten, Zeichen und Wörtern. Eine Ansammlung aus kleinen Dingen, die zusammengenommen das Meer bilden, auf dem wir segeln. Oder in dem wir schwimmen, vielleicht sogar IN das wir TAUCHEN. Je tiefer, desto hypnotischer.

Die Zwillinge werden oft, auch von mir, als Intellektuelle des Tierkreises oder als Wissbegierige, und bloß auf Kopf-Niveau Reisende reduziert. (Damit meine ich wie immer nicht die Zwillinge als Menschen, sondern als Prinzip, wie jedes Zeichen ein Prinzip, eine Wesensart beschreibt.) Ich nehme das jetzt alles theatralisch zurück und sage: Wie schön, dass heute, an meinem empirischen Zwillings-Vollmond-Recherche-Tag – an dem ich von 6 Uhr morgens bis um 20 Uhr abends unter Leuten war, am Telefon, auf fb., mit unzähligen Fremden, mit Bekannten, mit Kollegen und Freunden – dass also an diesem Tag alles aus vielen wärmenden und ehrlichen und munteren und weichen Wörtern gewebt war! So wie ich sie meinte, wie ich sie fühlte, im passenden Ton sprangen sie aus meinem Mund hinein in den Raum.

Wie viel mehr das Schwimmen, Fliegen und Tauchen Spaß macht, wenn dieses Meer so festlich geschmückt ist mit Lichtern, kleinen leuchtenden Signalen, mit Sinn und mit Verbindungspunkten zwischen uns allen. Ich habe lange nicht mehr so gerne mit so vielen Leuten über so vieles gesprochen habe wie heute. Es war tatsächlich meer-like. Aber dann nicht so dunkelblau-nächtlich und auch nicht lau und mittelmäßig, sondern mehr schillernd hell und überall mit Goldlichtern verziert. Warm und weit, endlos, so leichtherzig und mühelos.

Da kann man auch ohne mit der Wimper zu zucken durch das dezemberische Berlin laufen und sich nicht im geringsten an irgendwelchen Zwischenfällen oder Wintergrauheiten stören. Denn es ist alles EIN Meer, EIN endloses Netz, in dem man Spannungen mit einem, nämlich dem genau dafür richtigen Wort auflösen kann, so wie man eine Schraube mit dem passenden Schraubenzieher aus der Wand holt, ganz praktisch und simpel. So war es heute in meiner gemütlichen Ecke des Meeres. Zum Glück mit etwas mehr Zauber als beim Schraubenziehen.

Wie war es bei euch? Habt ihr auch gebadet in den Wörtern und Zeichen und Lichtpunkten auf hoher See? Oder eher auf dem Schiff das Steuerrad herumgerissen, bei Sturm und Regen? Oder bei innerem Sonnenschein in vollkommener Stille das Meer genossen?

Ich bin gespannt und wünsche euch genau das Meer, was Euch am besten gefällt, und die Wörter, die euch am besten in winterzufriedene Stimmung versetzen und zum Lächeln bringen, und die GesprächspartnerInnen, die mit euch segeln, baden, tauchen und fliegen!

Ganz liebe Grüße mit viel Geglitzer auf der Wasseroberfläche.

Ready, steady, go!

Vamonos: Dieser Vollmond mit Mondfinsternis bringt viel, viel Feuer.

Wenn er am Mittwoch Mittag vollständig ist, und verdeckt durch den Schatten der Erde, steht der Mond im Himmelsabschnitt des Zeichens Widder. Das ist das Zeichen der Neuanfänge, der impulsiven Taten und direkten Sprache. Wo der Widder ist, gibt es keine Geheimnisse, keine Missverständnisse, keine übervorsichtige Diplomatie oder andere schüchterne Zurückhaltung. Er ist ein Zeichen der Unmittelbarkeit und der Kraft. Reines, knisterndes Feuer. Schön und mutig.

Der Rest des Himmels unterstützt diesen Feuer-Vollmond, da gleichzeitig drei der anderen Planeten in den drei Feuerzeichen verteilt stehen und sich sozusagen die Hände reichen, was sich für uns so anfühlt wie vereinte Kräfte, verstärkte Ressourcen zum Umsetzen unserer Ziele und besondere Vorwärts-Energie, voller positiver Einstellung und wärmender Zuversicht.

Tatkraft (Mars), Glaube (Jupiter) und Veränderungsdrang (Uranus) sind es, die dieses schöne Kaffeekränzchen halten.

All dies klingt erst mal ganz schön und diese vereinten Feuerkräfte passen ganz gut in den Herbst, der so ein Müdigkeits- und Verlangsamungsgefühl verbreitet. Die Luft kühlt sich ab, die Sonne zieht sich leise zurück, wir ziehen uns dicker an, brauchen Mützen, warme Socken und Tee, Schlaf, Suppe…

Der Vollmond trifft sich im Himmel mit Uranus, dem Planet der Revolutionen, Intuition, spontanen Veränderungen, Lebensumbrüchen und Erfindungen, über den ich schon im August-Blog (Blitzlicht und Schatztruhen) gesprochen habe. Das gibt uns zusätzlich zu dem Feuer des Widder, der für sich schon aus voller Kraft „ICH WILL !!!“ schreit, noch eine weitere Prise Ungeduld und auch Entschlossenheit. Wir könnten am Mittwoch also plötzlich eine ganz neue Entdeckung machen, uns endlich für etwas entscheiden, das wir schon lange rumgetragen haben oder eine klare Erkenntnis über eine persönliche Sache haben. Vielleicht geht uns ein Licht auf, oder wir sehen auf einmal ganz klar: Ich brauche in dieser Freundschaft/ Beziehung mehr Platz. Oder: Ich will umziehen. Oder: Diese Arbeit erfüllt mich nicht, ich höre damit auf. Oder: Hier ist mein neues Ziel, das interessiert mich WIRKLICH.

Höchstwahrscheinlich gibt es eine Widder-Komponente in dem, was uns begegnet und was wir selbst in uns fühlen in diesen Tagen. Es kann zu tun haben mit der Art und Weise, wie wir aus Gründen der Erziehung/ Konditionierung unsere eigenen Bedürfnisse oder noch eher unseren eigenen Willen übergehen, kleiner reden oder verschleiern. Es kann sein, dass wir so ein Gefühl haben wie: Ich gebe ständig Macht ab, die eigentlich mir gehört! Mein Leben ist meins, warum fühle ich mich ständig wie ein leise auftretender Gast? Oder dass wir denken, warum lasse ich mich eigentlich von xyz immer so vor den Bug schießen, so schlechte Laune machen oder so lieblos kritisieren? Warum erlaube ich ihr/ihm das?

Ich wünsche uns allen, dass wir unsere eigene Macht deutlich spüren und um sie zu respektieren Entscheidungen treffen, hilfreiche Worte finden, Freunde treffen, mit denen wir das bereden können, eine Runde laufen gehen, um unsere Erkenntnis zu verarbeiten oder uns Zeit für andere passende Aktivitäten nehmen. It´s all about respecting our freedom. Mein Teebeutelpapier sagt dazu: Freiheit ist mein Geburtsrecht.

Der anarchische, kühne Uranus schreit nach dieser Freiheit, nach süßer Unabhängigkeit, nach erfrischender Veränderung, nach Fortschritt und Zukunft. Lasst uns mitmachen, laut sein oder direkt, oder beides! – und lasst es uns genießen! Hooraaaaaaaay! xo

Noch ein kleines p.s.:

Außer diesem Feuerteam aus Uranus, Jupiter & Mars und Widder-Knaller-Vollmond begleitet uns auch folgendes Ereignis:

Merkur, der Planet unserer Gedanken, Sprache und Kommunikation, der Wörter und Nachrichten, bewegt sich rückwärts. Er macht uns darauf aufmerksam, dass die Dinge, die wir manchmal zackig entscheiden oder abhaken nicht so schnell zu erledigen sind, wie wir es gerne hätten. Manches in uns sträubt sich, es zeigen sich Widerstände und irgendwie dauert xyz schon viel zu lange! Diese drei Wochen (4.-25. Oktober) sind eine Verschnaufpause, in der es nicht schlecht, ist, sich auf ein Sofa oder einen Sessel zurückzuziehen, sich schön einzukringeln wie ein Fuchs, etwas langsamer zu werden und Dinge zu überdenken, zu verarbeiten oder einfach gar nichts zu machen. Wir sind aufgerufen, irgendwo einen Raum zu schaffen für Ruhemomente, und für innere Prozesse, die wir bei all dem Aktivismus mit dem oben vorgestellten Feuer-Team und den Widdervollmond mit Uranus neben sich bestimmt gut gebrauchen können, oder?